Digitaler Adventskalender 2020

Pferd Foto: rihaij auf Pixabay.de

20. Dezember | Glück im Unglück – Unglück im Glück

Glück und Unglück erzeugen sich gegenseitig und es ist schwierig ihren Wechsel vorauszusehen.

Ein rechtschaffener Mann lebte nahe der Grenze.
Ohne Grund entlief ihm eines Tages sein Pferd auf das Gebiet der Barbaren.
Alle (Leute) bedauerten ihn.
Sein Vater aber sprach zu ihm: „Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“
Mehrere Monate später kam sein Pferd zurück
mit einer Gruppe guter, edler Barbarenpferde.
Alle Leute beglückwünschten ihn.
Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„Wer weiß, ob das nicht Unglück bringt?“
Ein reiches Haus hat gute Pferde
und der Sohn stieg mit Freuden auf, liebte das Reiten.
Dabei fiel er und brach sich ein Bein. (Es blieb vekrüppelt.)
Alle (Leute) bedauerten ihn.
Sein Vater (aber) sprach (zu ihm):
„Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“
Ein Jahr später fielen die Barbaren über die Grenze ein.
Die erwachsenen Männer bespannten ihre Bögen und zogen in den Kampf.
Neun von zehn Grenzbewohnern wurden dabei getötet,
(vom Dorf alle) mit Ausnahme des Sohnes wegen seines gebrochenen Beins.
Vater und Sohn überlebten.

Daher: Unglück bewirkt Glück und Glück bewirkt Unglück.
Dieses passiert ohne Ende und niemand kann es abschätzen.

 

Beitrag eingereicht von: Felicitas Kröger (Text leicht verändert nach wiktionary: tale in Huai Nan Zi)
Pferd Foto: rihaij auf Pixabay.de

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